Wiederbelebung eines HP-41C Akkupacks (82120A)

IMG_20160105_080823_hdrIch nutze nun schon eine Weile fast ausschließlich HP-Taschenrechner, unter anderem natürlich den berühmten HP-41C (Dazu bei Gelegenheit mehr). Vor einer Weile ist mir ein Akkupack HP 82120A mit zugehörigem Ladegerät HP 82066B zugeflogen. Da das Akkupack in etwa so alt ist wie der Rechner, also deutlich über 30 Jahre, sind die alten NiCd-Akkus natürlich nicht mehr zu gebrauchen gewesen und großzügig ausgelaufen – zum Glück jedoch haben sie die Kontakte im Taschenrechner nicht beschädigt.

Trotzdem wollte ich natürlich gern mit dem Akkupack arbeiten, da die N-Size Batterien unverschämt teuer und relativ umständlich zu beschaffen sind. Nach kurzem googeln fanden sich mehrere Anleitungen zum Rebuild eines solchen Akkupacks. Auffällig war dabei, dass die meisten Akkupacks einen zweipoligen Stecker haben, welcher mit dem Ladegerät verbunden wird – mein Akkupack hat drei Pins, von denen zwei mit dem Ladegerät verbunden werden, während der dritte mit einem Federkontakt verbunden wird, sowie das Ladegerät entfernt wird. So wird offenbar eine Umschaltung bewerkstelligt, mit dem das Ladegerät den Rechner „am Akku vorbei“ über eine Diode versorgen kann während es eingesteckt ist, und die Diode gebrückt wird während der Rechner nur mit dem Akku betrieben wird.

IMG_20160105_080823_hdrIMG_20160105_080834IMG_20160105_080856IMG_20160105_080847IMG_20160105_084154Was mich erwartete, war mir klar – jede Menge ausgelaufene Akkus. Das Folienkabel wurde dabei offenbar recht stark beschädigt, wärend die Platine und die Bauteile darauf jedoch keinen schaden genommen haben. Ich habe also zuerst versucht die Schaltung zu analysieren, wobei einige Auffälligkeiten im vergleich zu anderen Akkupacks zum Vorschein kommen: Die Schaltung beinhaltet einen „richtigen“, integrierten Spannungsregler vom Typ 7805, der direkt auf 5V regelt. Andere Akkupacks dieses Modells beinhalten einen 7812, welcher auf 12V regelt, die dann mit einer Zenerdiode auf 6,2V heruntergebrochen werden. Nach den Seriennummern zu urteilen, ist mein Akkupack älter als dieses hier von Kees van der Sanden, weshalb die Schaltung mit dem 12V-Regler wohl auch die aktuellere ist. Der Schalter im Schaltplan links ist geschlossen, wenn das Ladegerät enfernt wird, und öffnet sich wenn das Ladegerät eingesteckt wird. Weiterhin fällt auf, dass in der winzigen Schaltung vier verschiedene Diodentypen benutzt wurden – allein Im Gleichrichter sind schon zwei verschiedene (1N4002 sowie 02956), welche auch sichtbar anders aussehen. Wer weiß, was sich HP dabei gedacht hat…

IMG_20160105_122220 IMG_20160105_140819 IMG_20160105_140806Ich habe neue Akkus bestellt gehabt. Die originalen 1/2N-Akkus sind nicht leicht zu bekommen und dann sehr teuer, weshalb ich auf die Größe 1/3 AAA umgestiegen bin. Diese haben zwar eine etwas geringere Kapazität, passen aber dafür gut ins Gehäuse hinein. Die Akkus habe ich von akkuplus, sie waren direkt mit Lötfähnchen in Z-Form ausgeliefert (Auf dem Bild schon im Schrumpfschlauch, die Akkus die daneben liegen sind ohne Lötfahne, und ich habe sie nicht verwendet. Die Größe ist allerdings die gleiche wie die im Schrumpfschlauch). Im Gegensatz zur Originalschaltung habe ich die Akkus im Zickzack-Muster verschaltet (d.H. alle Plus-Pole zeigen in die gleiche Richtung, Original sind die Akkus abwechselnd ausgerichtet), da sich die Schaltung so einfacher realisieren ließ. Ein Pluspunkt bei diesen Akkus ist dass es tatsächlich noch NiCd-Akkus sind und keine NiMh-Typen – NiCd sind etwas toleranter gegenüber Memory-Effekten und außerdem ist die Ladeelektronik auf diesen Akkutyp ausgelegt. Weiterhin bricht die Spannung bei größeren Strömen nicht ganz so stark ein wie bei NiMh-Akkus, was für den Betrieb des Kartenlesers hilfreich ist. NiMh-Typen würden jedoch auch funktionieren, da sich die Technologien elektrisch nicht allzusehr unterscheiden.

IMG_20160830_114855 IMG_20160830_114916 IMG_20160830_114901Ich habe mit Entlötlitze als Ersatz für die Kupferfolie sowie dem original vorhandenen Blechstreifen wieder die Akkukontaktierung ausgeformt, auf der dann wieder die beiden originalen Federstahlplättchen liegen, welche mit dem Taschenrechner kontaktiert werden. Das Ende der Entlötlitze habe ich mit 2K-Kleber befestigt. So passt alles wieder schön in das Gehäuse, welches ich ebenfalls mit 2K-Kleber wieder verschlossen habe. Während der Trocknung des Klebers habe ich einen Kabelbinder um das Gehäuse gelegt, damit sich das Gehäuse nicht wieder öffnen kann (im Inneren ist ganz schöne Spannung durch die Federstahl-Bleche). Nachträglich habe ich das Gehäuse noch auf allen Seiten abgeschliffen, damit es wieder ordentlich in den Rechner passt.

Das Akkupack funktioniert nun wieder einwandfrei. Durch die geringe Kapazität der kleinen 1/3AAA-Zellen muss ich es etwa ein mal im Monat laden (bei täglicher Nutzung als „Number Cruncher“ und gelegentlichem Gebrauch des Kartenlesers) – damit kann ich gut leben, wenn ich dafür keine N-Size Batterien kaufen muss…

Veröffentlicht in HP, Reparatur

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